Samstag, 28. November 2009, 20 Uhr
Hochschule für Musik Würzburg, Gebäude Bibrastraße

pago libre spielt komponierte und improvisierte Musik
zu dem Stummfilm “Blackmail” von Alfred Hitchcock

Karten zu 13,- Euro (Einheitspreis) an der Abendkasse

Blackmail (Erpressung)
ist ein britischer Kriminalfilm von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1929. Er entstand nach einem Theaterstück von Charles Bennett.
GB 1929, 84 min, FSK ab 12, Regie: Alfred Hitchcock
Der Film war ursprünglich nicht als Tonfilm vorgesehen; der Dreh wurde als Stummfilm begonnen. Die Filmproduzenten (British Internation Pictures) entschieden jedoch während der laufenden Produktion, aus dem Film den ersten britischen Tonfilm zu machen. Dieser Beschluss hatte signifikante Auswirkungen auf den Film, denn ein beträchtlicher Teil des Projekts war zu diesem Zeitpunkt bereits ohne Ton gefilmt worden. Einige dieser Szenen
wurden nun mit Ton neu gedreht, aber einige blieben in ihrer ursprünglichen Fassung stumm. Ferner hatte die Hauptdarstellerin Anny Ondra, die aus dem heutigen Polen stammte, einen sehr starken Akzent, der nicht zu ihrer Rolle passte. Da auch mit ihr einige Szenen bereits “im Kasten” waren, wurde entschieden, dass Ondra ihre Rolle weiter spielen, bei ihren Einsätzen aber nur die Lippen bewegen sollte. Ihr Text wurde synchron von der Schauspielerin Joan Barry aus dem Off gesprochen. Dies bewirkte zweifelsohne, dass Ondras Schauspielleistung ein wenig unbeholfen wirkte. Die Stummfilmversion wurde 1929 kurz nach der Tonfilmversion in die Kinos gebracht. Tatsächlich lief die Stummfilmversion länger in den Kinos und war zu ihrer Zeit beliebter, weil seinerzeit die meisten Lichtspielhäuser in England noch nicht für Tonfilme eingerichtet waren
.

pago libres Musik für den Stummfilm "Blackmail"
Passend zur Stummfilmfassung hat Pago Libre einen Soundtrack kreiert, der einerseits Stücke enthält, die speziell für den Film geschrieben wurden, andererseits aber auch bereits bestehende Kompositionen aus dem Pago Libre Repertoire integriert. Dazu
kommen eindrucksvoll-bildhafte und bewegende Improvisationen, die jede Darbietung zu einer Uraufführung werden lassen. Im Laufe der jahrelangen Arbeit an dem Projekt "Blackmail" nahm die von pago libre entwickelte Musik eine immer sorgfältiger durchdachte und ausgefeilte Form an. In ihrer aktuellen Fassung enthält die Partitur nicht weniger als 41 Stücke (einschliesslich eines Tangos von Eric Satie). Ein zentrales Leitmotiv bildet sicherlich das gemeinsam entwickelte Werk "Waltz for Alfred Hitchcock”.

"Wie kaum eine andere Formation im Fahrwasser zeitgenössischer Jazzkultur arbeitet das international besetzte Quartett pago libre mit der assoziativen Energie von bildhaften Eindrücken." (Jazzpodium, Deutschland)

das Ensemble pago libre:
Arkady Shilkloper -  Horn, Flügelhorn, Alphorn
Tscho Theissing - Violine
John Wolf Brennan - Klavier, Melodica
Georg Breinschmid - Bass

Georg Breinschmid
Breinschmid absolviert eine klassische Ausbildung am Kontrabass an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Bereits während des Studiums ist er als Substitut an verschiedenen Wiener Orchestern aktiv. Breinschmid spielt auch in verschiedenen Kammermusik-Ensembles, wie zum Beispiel dem Amadeus Ensemble. Von 1994 bis 1996 ist er Mitglied des niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters. Anschließend spielt er im Orchester der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Philharmonikern und absolviert mit ihnen zahlreiche Tourneen in Europa, Amerika und Asien. 1999 verlässt Breinschmid überraschend die komponierte Musik und auch die Wiener Philharmoniker und widmet sich fortan dem Jazz. Er spielt mit dem Vienna Art Orchestra und tritt mit der Zipflo Weinrich Group auf. In Folge ist Breinschmid in zahlreichen Konzerten in ganz Europa mit verschiedenen Ensembles zu hören. Er spielt unter anderem mit den internationalen Jazzgrößen Charlie Mariano, Jasper van't Hof und Archie Shepp sowie mit vielen österreichischen Jazzmusikern, wie z.B. Harry Sokal, Thomas Gansch, Klaus Dickbauer, Sabina Hank und Christian Muthspiel. Daneben tritt er mit dem Kraah-Trio von Christian Zehnder auf. Im Duo mit der Sängerin Agnes Heginger entsteht 2005 das Album Tanzen, das sich durch freie Improvisation und Experimentierfreude auszeichnet. Mit dem Geiger Benjamin Schmid und wechselnden Besetzungen (z.B. Biréli Lagrène, Stian Carstensen) lässt Breinschmid das Werk von Stéphane Grappelli und Django Reinhardt aufleben. Mit dem 2008 erschienen Tonträger Wien bleibt Krk dokumentiert Breinschmid mit Eigenkompositionen seine Nähe zur Wiener Musik und zum Wienerlied.
Auszeichnungen * 2002 Hans Koller Preis CD des Jahres für Mauve, * 2003 Hans Koller Preis Newcomer des Jahres

John Wolf Brennan
Brennan, der einer Musikerfamilie entstammt, wuchs in der Schweiz auf und studierte von 1975 bis 1979 in Freiburg im Üechtland Germanistik, Musikwissenschaften und Film. Anschließend studierte er in Luzern bis 1984 am Konservatorium Klavier sowie an der dortigen Akademie für Schul- und Kirchenmusik Musikpädagogik. Ergänzend besuchte er die Swiss Jazz School und Workshops bei Karl Berger in Woodstock und nahm an Kompositions-Meisterkursen bei Klaus Huber, Edison Denissow, James Wilson, Ennio Morricone und Heinz Holliger teil. Seit 1980 ist er als Klavierlehrer und seit 1989 als Professor in Immensee tätig. Heute ist er als Klavierlehrer im Bezirk Küssnacht tätig und unterrichtet talentierte Schülerinnen und Schüler. Internationale Aufmerksamkeit erzielte er als Duopartner von Urs Leimgruber, mit dem er mehrere Alben einspielte (das Duo wurde schließlich um Norma Winstone erweitert. Daneben arbeitete er mit Corin Curschellas, Christy Doran, Gabriele Hasler oder Hans Kennel. Seit 1988 tritt Brennan zunehmend in Solokonzerten auf; er war mit fünf Soloprogrammen auf Tournee. Einen weiteren Schwerpunkt bildet seine Arbeit mit der Gruppe “Pago Libre” (zu der Arkady Shilkloper und Tscho Theissing gehören). Mit dem “Creative Music Orchestra”, zu dem auch Lindsay Cooper gehörte, trat er auf dem Jazz Festival Willisau auf. Er arbeitete auch mit dem Quintett “Shooting Stars & Traffic Lights”, mit der Sängerin Magda Vogel oder mit dem Flötisten Robert Dick. Brennan schreibt auch Theater-, Vokal- und Kammermusik, unter anderem für James Galway und für Evelyn Glennie; auch verfasste er die Oper “The Age of Anxiety” nach W. H. Auden. Er ist Mitglied der Komponistengruppe Groupe Lacroix.
Auszeichnungen:
Brennan wurde für zwölf CDs in Folge (1997–2002) mit “Sélections” (Swiss Grammys) von
Schweizer Radios International ausgezeichnet. Für sein “innovatives Schaffen als
Komponist” erhielt er den “Prix de la Fondation SUISA 2002”.

Johannes “Tscho” Theissing
Theissing erhielt seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt am Mozarteum sowie an der Musikhochschule Graz wo er 1987 mit dem Konzertdiplom abschloss, daneben studierte er Musikwissenschaften an der Universität Graz. Bereits 1985 gründete er mit Heinrich von Kalnein und Christian Muthspiel das Orchesterforum Graz, das im Crossover-Bereich hervortrat und das Album “Aus dem Tagebuch der Grenzgänger” einspielte. Daneben spielte er mit Muthspiel, Alex Deutsch und Ewald Oberleitner in der Gruppe Fidelio & Blasius Freebop und war während des steirischen herbstes 1985 an der Aufführung der Jazzoper “The Holy Grail of Jazz” von George Gruntz beteiligt. Anschließend gründete er in Wien die Gruppe Die Vögel Europas, die 1989 das gleichnamige Album veröffentlichten. Seit 1990 ist er im Orchester der Wiener Volksoper als Konzertmeister tätig. Daneben gründete er das im Jazz verhaftetete Streichquartett “Motus Quartett”. Mit John Wolf Brennan, Arkady Shilkloper und Daniele Patumi gründete er das Ensemble Pago Libre, mit dem er diverse Alben vorlegte. Im Projekt Mussorgsky Dis-Covered verarbeitete er mit der Mezzosopranistin Elisabeth Kulman die Musik von Mussorgsky auf unorthodoxe Weise. Theissing war weiterhin an Projekten von Bobby McFerrin, Sheila Jordan, James Newton, Heiner Goebbels, Werner Pirchner, Alex Cline, Wolfgang Mitterer, Tom Cora, der Extremschrammeln und Vinko Globokar beteiligt und führte mit den Ensembles die reihe und Klangforum Wien Neue Musik auf. Oft begleitet er mit seinem Ensemble die Auftritte von Michael Heltau und arbeitet
m
it Karl Hodina zusammen. 1987: Würdigungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst

Arkadi Fimowitsch Schilkloper ( k p_ kè _ØÉÿ ¿Š_ ô‘ Â_DËÿ¿ )
Schilkloper begann mit 6 Jahren Althorn zu lernen; zwischen 1967 und 1974 wurde er auf dem Waldhorn an der Militärmusikschule in Moskau ausgebildet. Nach zweijährigem Militärdienst erfolgte von 1976 bis 1981 ein Musikstudium am Moskauer Gnessin-Institut. Parallel dazu begann er seine Karriere im Orchester des Bolschoi-Theaters, aber auch mit ersten Jazzaktivitäten. Ab 1984 trat er im Duo mit seinem Kollegen aus dem Bolschoi- Theater, dem Bassisten Michail Karetnikow auf, mi t dem er die LP “ r ı ˜ ı ” (Dwischenie, deutsch “Bewegung”) aufnahm. Von 1985 bis 1989 spielte er mit A. Kiritschenko und S. Letow in der Band Tri-O (LP “Three Holes”). Seit 1988 arbeitet er mit dem Pianisten Michail Alperin zusammen, zunächst im Duo (“Live in Grenoble, 1993) und seit 1990 dann mit Sergey Starostin als Moscow Art Trio. Dieses Trio ist auf mehreren Alben dokumentiert und auf den internationalen Festivals erfolgreich aufgetreten. Außerdem trat er beim New Jazz Meeting Baden-Baden 1993 auf Rabih Abou-Khalil. Er arbeitete weiterhin mit Lionel Hampton, Lew Soloff, Elvin Jones, Howard Levy, Louis Sclavis, Christian Muthspiel, dem Octet Ost und den größeren Besetzungen Alperins zusammen. Er ist Mitglied des Vienna Art Orchestra sowie des Ensemble Pago Libre (um John Wolf Brennan und Tscho Theissing) und legte zwei (im Overdubbing vorgenommene) Soloplatten vor (Hornology, 1995, Pilatus 2001). Er hat zeitgenössische Instrumentaltechniken wie das Overdubbing auf das Waldhorn übertragen. Seine Kontrolle des Instruments und seine Kreativität als Bläser haben nach Leonard Feather einen neuen Standard gesetzt.

(Änderungen vorbehalten)

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