|
Komponistenportrait Konstantia Gourzi
Montag, 6. November 2006, 20.00 Uhr,
Kammermusiksaal, Gebäude Hofstraße
in Zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten der Hochschule für Musik Würzburg
|
Die griechische Dirigentin und Komponistin
Konstantia Gourzi wurde in Athen geboren. Im Alter von sieben Jahren erhielt sie ersten Klavierunterricht. Mit dreizehn Jahren wechselte sie ans Konservatorium von Athen. Neben Klavier studierte sie hier später auch Komposition und Dirigieren. 1987 setzte Konstantia Gourzi Ihr Studium an der Hochschule der Künste (HdK)* in Berlin fort.
Konstantia Gourzi wurde in ihrer Arbeit als Dirigentin und Komponistin durch mehrere Stipendien gefördert - von der HdK Berlin, der Onassis-Stiftung, durch den Bund im Rahmen des
"Nachausbildung-Förderungs-Gesetz" (NaFöG) sowie durch ein Kompositions-Stipendium des Senats Berlin. Wesentliche künstlerische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei den Dirigenten und
Komponisten Michael Gielen, Bernhard Haitink, Hans Werner Henze, Diether de la Motte, Karlheinz Stockhausen, Isang Yun und insbesondere Günter Wand. Konstantia Gourzi war zudem mit Peter Eötvös an der
International Eötvös Foundation tätig und assistierte Claudio Abbado bei den Berliner Philharmonikern, dem damals für sie prägenden Orchester, dessen gesamte Proben sie in den Jahren 1988-1992 mit Spannung
verfolgte. Von 1993 bis 1996 verband sie eine enge Zusammenarbeit mit György Kurtág. 1992 und 1994 war sie Preisträgerin des Deutschen Musikrates und gewann 1995 zudem den 2. Preis beim ersten
internationalen Wettbewerb für Dirigenten zeitgenössischer Musik in Paris. Zukunftsweisend war für Konstantia Gourzi 1991 die Gründung des Ensembles attacca berlin, das sie bis 1996 leitete und mit
dem sie hauptsächlich Musik des 20. Jahrhunderts aufführte. Mehrfach war sie mit diesem Ensemble bei den Berliner Festwochen zu Gast und wirkte bei dem ARTE/ZDF-Dokumentarfilm Hanns Eisler mit. Ihr internationales Konzertprojekt Zeitzonen führte sie nach Nord- und Südamerika, Skandinavien, Ungarn und Spanien.
Im Megaron in Athen dirigierte sie 1997 die Weltpremiere von Nikos Mamangakis Oper der Schatten mit der Kamerata Athen. Ebenfalls in Griechenland dirigierte Konstantia Gourzi als erste Frau in der Staatsoper von Athen 2002 (und abermals 2003) Verdis La Traviata.
Die Uraufführung ihrer ersten Orchester-Komposition Mykene fand am 20. September 2002 unter ihrer eigenen Leitung mit dem Orchester des Hessischen Rundfunks in Frankfurt statt. Ihr erstes Streichquartett Israel wurde am 28. Februar 2004 in Tel Aviv uraufgeführt.
2003 hob die Künstlerin als Dirigentin und Komponistin für die Berliner Staatsoper Unter den Linden Philemon und Baucis aus der Taufe. Das fragmentarische Werk aus der Feder Joseph Haydns wurde durch eigene Komposition vervollständigt und in ein neues Konzept gefaßt, worin sich das 18. und 21. Jahrhundert in einem spannungsreichen Dialog begegnen. Sämtliche Aufführungen in Berlin wurden von Konstantia Gourzi geleitet.
Heute ist Konstantia Gourzi eine gefragte Künstlerin und Lehrerin. Ihre Erfahrungen und Konzepte zur Interpretation zeitgenüssischer Musik gibt sie auf Workshops und in Meisterklassen weiter. 1999 war
sie Mentorin des Workshops "Interpretation - Realisation" der ersten Saarbrücker Komponistenwerkstatt mit dem Radio-Sinfonie-Orchester Saarbrücken. Seit 1999 ist sie künstlerische Leiterin des ensemble echo an der Hochschule fr Musik Hanns Eisler in Berlin; in dieser Funktion rief sie u.a. die Reihen anschläge 1-7 und concerto fresco I, II, ... ins Leben. Seit 2002 ist Konstantia Gourzi als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater München für den Aufbau und die künstlerische Leitung des von ihr gegründeten ensemble oktopus verantwortlich.
Im Rahmen ihres künstlerischen Schaffens gilt Konstantia Gourzis besondere Aufmerksamkeit mehr und mehr der Gestaltung von Licht und Raum im Sinne einer Gesamtpräsentation der Künste. Als Ausdruck dessen
konzipiert und realisiert sie seit über 2 Jahren u. a. in Kooperation mit der Deutschen Guggenheim in Berlin musikalische Performances in Ausstellungen, während das Münchener Publikum 2003 und 2004 Konstantia
Gourzis Konzerte Musik und Skulptur und Musik und Licht erleben konnte. Im Rahmen des Siemens Arts Program gestaltet sie außerdem die Reihe Junge Solisten. Weitere interdisziplinäre
Kooperationspartner Konstantia Gourzis sind die Nationalgalerie in Berlin und die Pinakothek der Moderne in München.
|
Programm :
Israel, Streichquartett op. 19, Auftragskomposition für Musica Nova Tel Aviv
Klavierstücke I - V, op. 24
gestern - heute - morgen, eine Hommage an Alexander, op. 29 (2005) für Klarinette solo, op. 29
Ausführende : Mariel Müller-Brincken - Violine 1, Inga Anheuer - Violine 2, Wiebke Corßen - Vla., Arian Teuffel - Vc.
Andreas König - Klavier, Sergej Radyuk - Klarinette
|