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Afrikanische Werke für Streichquartett, Pygmäenflöte und Sanza von Patrick Bebey (Kamerun), Mokale Koapeng (Südafrika), Justinian Tamusuza (Uganda), Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Das ehrwürdige Streichquartett und eine kleine Pygmäenflöte! Während die Flöte lediglich einen einzigen Ton hervorbringt und der Spieler die Pausen mit Jodelrufen ausfüllt, trägt das Instrumentalensemble die Spuren einer 250-jährigen Entwicklung. Der schwarze Kontinent sucht seit einigen Jahrzehnten den künstlerischen Anschluss an den Westen, auch auf dem Sektor des Streichquartetts. Den Autoren aus Uganda und Südafrika geht es nicht um das Kopieren abendländischer Standards, auch nicht um leichtfertige Adaption, sondern um authentische Musik. Mit Patrick Bebey, einem in Paris lebenden Virtuosen des Daumenklaviers und der Pygmäenflöte, musiziert das “Ensemble European Music Project”. Programm : Patrick Bebey Timba für Ndewhoo (Pygmäenflöte) und Streichquartett
Mokale Koapeng Komeng – Motswako (2 movements) Justinian Tamusuza Mu Kkubo Ery’Omusaalaba (1988-93) Pause Hamza El Din Escalay Kevin Volans String Quartet No. 1 - White Man sleeps
Patrick Bebey Sanza Tristesse für Sanza (Afrikan. Daumenklavier) und Streichquartett
Ausführende: Patrick Bebey (Ndewhoo und Sanza) Die Komponisten und ihre Werke Patrick Bebey, 1964 als Sohn des Musikers Francis Bebey geboren, wuchs in Paris auf. Seine künstlerische Laufbahn ist geprägt vom Studium der klassischen Musik am Pariser Conservatoire und einer lebendigen
volksmusikalischen Praxis. Jazz-Elemente spielen in seiner Musik eine ebenso große Rolle wie die Rückkehr zu den “roots”. Zu seinen Partnern auf der Bühne gehören Persönlichkeiten wie Lokua Kanza und Miriam Makeba. Als
Komponist ist Bebey in letzter Zeit dazu übergegangen, klassische und ethnische Instrumente miteinander zu verbinden. Mokale Koapeng wurde 1965 in Johannesburg geboren und studierte Musik in Witwatersrand (SA). Hauptberuflich in
der Administration des Südafrikanischen Musiklebens tätig, hat sich Koapeng als Autor von Vokalmusik einen Namen erworben. Seine Komposition “Utlwang Lefoko La Morena” wurde für die Weltmusiktage 2003 der IGNM
ausgewählt. Seine Oper “Earthdiving” wurde in Stellenbosch (SA) erfolgreich aufgeführt. Justinian Tamusuza wurde 1951 in Kibisi (Uganda) geboren und wuchs seit frühester Kindheit mit der traditionellen Kiganda-Musik auf.
Später wurde Kevon Volans sein Lehrer an der Queen’s University Belfast, und auch in Chicago erhielt er nachhaltige Prägung an der Northwestern University. Als Theorielehrer an der Makerere-Universität von
Uganda lehrend, widmet sich Tamusuza der Entwicklung einer zeitgemäßen afrikanische Idiomatik. Der Nubier Hamza El Din, 1929 in Wadi Halfa (Sudan) geboren, wuchs am Nilufer in einer reichen Musiktradition auf. Sein Hauptinstrument ist die Oud, das uralte Lauteninstrument des nahen Ostens. Hauptberuflich Ingenieur und Techniker, hat El Din regelmäßig Musik studiert (Konservatorium Kairo, Accademia Sta. Cecilia Rom) und öffentlich aufgeführt. Berühmt wurde er mit seinem Stück Escalay auf dem Newport Folk Festival (1970). 1981 reiste er erstmals nach Japan zum Studium der Biwa (japan. Laute) und war von dieser Welt so fasziniert, dass er seither dort einen festen Wohnsitz hat. Weitere Wohnsitze sind Los Angeles und Kairo. Durch Terry Riley mit dem “Kronos-Quartet” bekannt gemacht, erarbeitete El Din mit den vier Streichern eine mixed version des legendären “Escalay”. Escalay (arab. ”Schöpfrad”) ist der Titel des zum Markenzeichen El Dins gewordenen Lautenliedes. Bildhaft dargestellt wird das mühevolle Einerlei und zugleich die Poesie des Wasserschöpfens in der uralten Nilkultur. Kevin Volans, 1949 in Pietermaritzburg geboren, hatte in Johannesburg und Aberdeen studiert, ehe er zu Karlheinz
Stockhausen und Mauricio Kagel nach Köln kam (1973 – 81). Obwohl von Geburt Südafrikaner, kam er erst dort mit der traditionellen Musik seines Heimatlandes in Berührung. Seine deutschen Lehrmeister hatten ihn für die
Schönheiten und Besonderheiten der Mbira-Musik sensibilisiert, so dass er Feldstudien dieser Musik machte und Stücke wie White Man sleeps schrieb. Von 1982 – 84 in Durban (Südafrika) und später in Paris (1984 – 85) lebend,
zog es ihn Ende der 80-er Jahre nach Irland, wo er seither lebt. Die Interpreten Patrick Bebey siehe oben (Die Komponisten und ihre Werke) Das 1995 gegründete Ensemble European Music Project besteht im Kern aus herausragenden Musikern verschiedener europäischer Länder, die dort als Solisten, Dozenten oder in vorderen Positionen renommierter Sinfonieorchester tätig sind. Einen Schwerpunkt in der Arbeit des Ensembles bildet die Reihe “Neue Musik im Stadthaus Ulm”. Dabei treffen sich die Musiker zu intensiven Arbeitsphasen. In seiner Programmgestaltung erprobt das von Jürgen Grözinger – selbst Musiker und Schlagzeuger des Ensembles – geleitete Ensemble neue Wege der Vermittlung und Programmgestaltung. Zunehmend sind außereuropäische Spielformen in den Mittelpunkt gerückt, was sich auch in der Zusammenarbeit mit Musikern wie dem “Madih Ensemble Kairo” ausdrückt. Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen dokumentieren die eigenständige Kulturpolitik dieses mittlerweile renommierten Ensembles. |
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